Virale und bakterielle Atemwegsinfektionen zählen weltweit zu den häufigsten Krankheiten überhaupt und können potenziell tödlich verlaufen. Eine stabile angeborene Immunantwort ist für die effektive Bekämpfung von Atemwegsinfekten essenziell. Eine überschießende Immunreaktion kann jedoch zu erheblichen entzündlichen Gewebeschäden und schwereren Krankheitsverläufen führen. Die therapeutische Modulation der Immunantwort sollte daher gezielt erfolgen, ohne die physiologische Erregerabwehr zu beeinträchtigen.
Ein innovativer Ansatz ergibt sich aus pflanzlichen Wirkstoffen der Arzneipflanze Commiphora myrrha (Myrrhe), deren entzündungshemmende Eigenschaften seit Jahrhunderten genutzt werden. Eigene Vorarbeiten zeigen, dass Myrrhenextrakte die Freisetzung entzündungsfördernder Zytokine reduzieren und gleichzeitig antientzündliche Signalwege aktivieren können. Im beantragten Projekt werden Myrrhenextrakte phytochemisch charakterisiert und ihre immunmodulatorischen Eigenschaften in humanen respiratorischen Modellsystemen untersucht. Ergänzend sollen erste Erkenntnisse zur Verträglichkeit und Wirksamkeit eines standardisierten Myrrhenextrakts gewonnen werden.
Das Projekt stellt einen wichtigen Schritt von der experimentellen Naturstoffforschung hin zur Patientenversorgung dar und adressiert den hohen Bedarf an neuen Therapieoptionen für akute und chronische Atemwegserkrankungen. Es könnte dazu beitragen, pflanzliche Immunmodulatoren als innovative und nebenwirkungsarme Ergänzung bestehender Therapien zu etablieren.